Mittwoch, 2. September 2015

Auf dem Weg nach Crianlarich


Bei der Routenplanung gestern Abend haben wir gesehen das unsere Strecke für heute mit gut 20 km sehr lang angesetzt ist - besonders da das erste Stück des Weges laut unserem Buch als das Schwierigste beschrieben wird. Der Weg führt fast ausschließlich sehr schmal am Steilufer entlang und es hatte in den letzten Wochen sehr viel geregnet, d.h. der Weg würde moosig und rutschig sein.
Wegen der Schmerzen im Fuß hat Iris Angst das sie die 20 km nicht am Stück schaffen kann also beschließen wir vorerst nur die ersten 11 km bis nach Inverarnan zu laufen und von dort falls es nicht geht den Bus bis Crianlarich zu nehmen.

Als wir am Morgen aufbrechen erleben wir ganz kurz zum ersten Mal die Midges. Sehr unange-nehme kleine Biester. 
Der Weg führt über einen sehr, sehr schmalen steinigen und moosigen Uferweg der teilweise wirklich schwer zu gehen ist weil er durch den Regen sehr aufgeweicht und rutschig ist. Dazu kommt das recht hohe Steilufer. Zwischendrin kam dann auch noch ein kurzer Nieselregen dazu und noch einmal kamen unsere Capes zum Einsatz. Nach gefühlten Stunden der Kletterei auf diesem Pfad erreichen wir dann jedoch dessen Ende, der Weg wird offener und wir kommen schließlich an einen herrlichen Strand. Das Wetter ist inzwischen klar und schön, die Sonne scheint und hier muss eine Pause einfach sein.

kleiner Stand - small beach

Gestärkt geht es weiter bis zu einem Sumpfgebiet wo dann freundlicherweise die Wegmarkierung wahrscheinlich in eben diesem Sumpf versunken ist. Jedenfalls von Weg keine Spur tasten wir uns weiter, immer nach einem Trampelpfad Ausschau haltend bis wir das Doune Bothy, eine Schutzhütte mit Feuerstelle, sehen können  und wissen wir sind wieder richtig.


Von hier ging es wieder aufwärts denn wir müssen noch einen Pass überqueren bevor wir den Abstieg zum ersten Etappenziel beginnen können. Oben angekommen setzen wir uns ins flache Gras um noch einmal vor dem Abstieg ein wenig Kräfte zu sammeln und die schmerzenden Füße auszuruhen.

Am Ende des zuerst angenehmen, dann jedoch immer steiler werdenden Abstiegs hinunter ins Glen Falloch, erreichen wir eine Farm wo es etwas heißes zu trinken und auch eine Toilette gibt. 
Von hier ist es nicht mehr weit zum über 300 Jahre alten Drovers Inn mit seiner wirklich sehr atmosphärischen Bar. Wir genehmigen uns einen Tee und ein Stück Käsekuchen am Kaminfeuer.
Sehr entspannend.
Drovers Inn


Aufgrund der Schmerzen warten wir hier auf den Bus der uns dann nach Crianlarich bringt. 
Unser B&B ist ein sehr gemütliches und Charlie der Besitzer ist unglaublich nett. Das Zimmer ist klein, blitzsauber und gemütlich und das Bad ist sozusagen im Wandschrank. Sehr, sehr schön.

Zum Essen gehen wir in den Pub nebenan. Wir haben die Lowlands hinter uns gelassen und die Ausläufer der Highlands erreicht. Vergessen sind die Schmerzen  und freuen uns schon auf den morgigen Tag.

Farn soweit das Auge reicht - Fern everywhere
The distance for todays walk is about 20km and especially the first part is - according to our book - very difficult. The trail is a very small footpath along the steep coast of Loch Lomond and since it has been raining a lot in the last few weeks it will be mossy and slippery, hence difficult to walk. Also Iris is afraid that because of her painful foot the section today is too long, so we decide to walk to Inverarnan first and then see how we go from there.

This morning we have our first encounter with midges - not very funny. And so we are eager to get away from them.
The path is realy very, very small, rocky, covered with moss and as predicted due to the rain quite slippery. That not being enough a drizzling rain sets in. After what feels like ours of climbing through muddy grounds we reach however the end of it and the path widens. The weather clears up and finally the sun comes out. When we reach a small beach it is such a beautiful place that we have no other choice than to take a break.

Schöner Platz für eine Pause - nice place to take a break



About five minutes of walking past the beach we reach a swampy area and suddenly there are no more markings for a footpath - probably disapeared in the swamp. We stumble around very carefully looking for solid ground to step on. We are relieved when we see the Doune Bothy because now we know that we are still on the right path.

Now we  have to climb up for crossing a pass and at the top we take a break sitting down in the gras and rest for a while before we start our descent towards Glen Falloch. At the beginning it is not very steep but with time the footpath gets steeper by the minute. Just before our knees hurt too much we reach a farm where we can get something warm to drink and most importantly we can use the toilet.



We continue walking but only until we reach the historic Drovers Inn with its atmospheric bar. We have some tea and a slice of cheese cake sitting by the real roaring fire.
Because of Iris's foot  we decide to not walk the rest of the days part to Crianlarich but to take the bus from here.

Bar im Drovers Inn - atmospheric bar at Drovers Inn


Schöner Platz am Kamin - real fire burning in the fireplace



So we reach our B&B for today and Charlie the owner is very friendly and helpful. We can even wash some of our muddy clothes here and our bedroom has a tiny bathroom in a closet. Very lovely.

The only time we leave the house again is to go to the pub next door to eat. While planning the route for the next day we notice that we have left the lowlands behind us and have reached the outskirts of the highlands. Forgotten is all the pain and we are very excited and happy and look forward to our day towmorrow.


Craigbank Guesthouse:    www.craigbankguesthouse.com

double room with en-suite bathroom and breakfast  55,00 GBP  (DZ mit Bad und Frühstück)

Dienstag, 1. September 2015

Von Rowardennan nach Inversnaid

Unsere Strecke für heute ist nur recht kurz angelegt, es ist der dritte Tag und da halten wir es immer etwas kürzer. Von der Jugendherberge haben wir zwei gewaltige Lunchpakete bekommen und fragen uns wann wir das alles essen sollen? Weil es ja auch der Strecke selbst immer so wenig Möglichkeiten zum Sitzen gibt.

Rowardennan Herberge - Rowardennan hostel

Bei guten Wetter brechen wir also auf Richtung Inversnaid. Wir nehmen den Höhenweg denn als wir an die Abzweigung kommen sehen wir das der untere Weg am Ufer entlang gesperrt ist.
Den Anfang macht ein schöner breiter Waldweg der jedoch von Kilometer zu Kilometer schmaler wird. Am Ende ist der Weg so schmal das wir nur hintereinander her gehen können. Den heutigen Tag ist es eine Gruppe junger Holländer die uns immer wieder begegnen weil wir uns immer wieder gegenseitig überholen. Bei dem Versuch eine kleine Pause zu machen an einem Stückchen Uferstrand treffen wir sie auch wieder und zwei von ihnen ziehen sich plötzlich aus und springen ins Wasser - diese Verrückten!!!
Auf dem Stück Weg wo wir uns jetzt befinden sollen angeblich wilde Ziegen leben. Wie sehen ihre Hinterlassenschaften und wir riechen sie auch - aber gesehen haben wir leider keine. Sicher gut versteckt in dem vielen Farn der hier überall wächst.

Weiter geht es eine ganze Weile auf mehr oder wenig rutschigem, steinigen Pfad - nicht immer ganz einfach mit unserem schweren Gepäck - und dann stehen wir plötzlich vor den Kaskaden des Snaid Burn. Eine Holzbrücke führt darüber und da sind wir in Inversnaid auch schon angekommen.

Cascades

Unsere Unterkunft ist eine umgebaute kleine Kirche aus dem 19. Jahrhundert und liegt noch gut 800m weiter bergauf. Die Schlafräume sind spartanisch und winzig, zwei Betten, dazwischen ein winziger Tisch und darüber in der dicken Mauer ein Fenster, das ist alles. Die Tür hat kein Schloss und einen Haken für die Jacken oder so gibt es auch nicht. Die Dusche und Toilette ist zwar am Ende vom Korridor aber sehr sauber und das Wasser ist heiß. Im Dach der Kirche gibt es einen Aufenthaltsraum/Bar/Restaurant Bereich - sehr gemütlich mit Büchern und Spielen und Musikinstrumenten. Wir trinken einen Tee, entspannen uns und plaudern ein wenig mit den Betreibern der Herberge - einer Handvoll junger Männer und ein Hund.

Wir beschließen heute Abend nicht wieder runter nach Inversnaid zu laufen und statt dessen in der Kirche zu essen. Das Paar aus München mit denen wir schon in der Mulberry Lodge gewohnt haben trifft auch ein. Schön. Man trifft sich immer wieder auf so einem Weg.

Es wird recht voll mit der Zeit, die Stimmung ist gut, und als die Sonne untergeht sind wir müde gehen in unser kleines Zimmer und schlafen fast augenblicklich ein.

Herberge in alter Kirche - a hostel in an old church

Today we have only a short distance to walk. It is the third day, and we know to take it slow today. At the hostel we receive two enormous lunch packs before we leave, making us wonder how we are supposed to eat all that, given how little opportunity to sit down and rest we will get.

With nice weather, we head off towards Inversnaid. We take the high road because as we reach the fork for the alternative route, we see that the low road leading along the shore of Loch Lomond is blocked for improvements.
As we walk, the initially lovely, broad path turns into a narrower trail. In the end, we have to walk behind each other rather than next to each other. Today we are repeatedly meeting a group of young dutch men - they pass us, then a little down the road we pass them as they rest, then they pass us again and so on and so forth. As we attempt to take a little rest at a little strip of beach, two of them suddenly strip down to their underwear and with cheering and screaming jump into the freezing cold Loch. Crazy!
As we continue our journey, we come through an area that is supposedly home to wild goats. We see their droppings on the path and we do get a whiff of their pungent smell, but sadly we see none of them. They were probably well hidden in the tall ferns growing all around us.

Waldweg - forest trail

 The path continues over rather slippery bits, rocky trails - not always easy to master with big backpacks and then we suddenly stand before the cascades of Snaid Burn. A wodden bridge leads across them and we reach Inversnaid consisting of nothing but a hotel.

Our accommodation for today lies a little ways up the hill from the hotel. It is a refurbished 19th century church, turned independent, atmospheric hostel. The dorm rooms are very simple - ours has two beds, a tiny table between them and a tiny window high up in the thick church walls. The doors don't lock and there is no hook to put up a jacket or something. The shower and toilet are at the very end of the hallway, but it's clean and the water is hot and that's what we like. In the attic, so to speak, is the restaurant/bar/common room area of the hostel - very cozy with books and games and guitars. we drink tea, relax and write our journals, chatting with the hosts - a hand full of young men and a dog.

Relaxing in the hostel

 We decide to have dinner here rather than walking back into Inversnaid. The young couple from Munich we met at Mulberry Lodge earlier also stay here for the night. It's nice to keep seeing familiar faces along the road. In the evening, it does get quite busy and happy, but by the time the sun sets we are pretty tired, so we get to bed soon and fall asleep soon after.  
  


Inversnaid bunkhouse:   inversnaid.com   private double room  44,00 GBP  (DZ)